Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Signal-Phishingangriffen
Die Bundesanwaltschaft hat nach Phishing-Angriffen auf dem Messengerdienst Signal Ermittlungen aufgenommen. Diese seien bereits Mitte Februar wegen des Anfangsverdachts der Spionage eingeleitet worden, bestätigte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der ZEIT. Zuvor hatte der Spiegel berichtet. Anfang des Jahres hatten Sicherheitsbehörden erstmals öffentlich vor Phishing-Angriffen gewarnt.
In den vergangenen Tagen waren im Bundestag mehrere Fälle von Phishing gegen Abgeordnete bekannt geworden. Den Betroffenen wurde dabei vorgespielt, sie würden vom Signal-Support kontaktiert. War die Masche erfolgreich, hatten die Angreifer Zugriff auf die Signal-Chats und Gruppen sowie dort geteilte Fotos und Dateien. Sie können sich bei Signal auch als die Person ausgeben, deren Konto gehackt wurde.
Kürzlich hatte der Spiegel berichtet, dass auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) Opfer eines solchen Angriffs geworden sei. Dem Bericht zufolge kommunizierten auch die Mitglieder des CDU-Präsidiums, dem neben Klöckner auch Bundeskanzler Friedrich Merz angehört, über einen Gruppenchat auf Signal.
Verfassungsschutz macht Russland bisher nicht öffentlich verantwortlich
Schon seit Monaten warnen deutsche und ausländische Sicherheitsdienste vor Phishing-Angriffen auf Signal gegen Politikerinnen, Beamte, Militärs und Journalistinnen. Anders als ausländische Sicherheitsbehörden macht das Bundesamt für Verfassungsschutz bisher Russland nicht öffentlich für die Angriffe verantwortlich.
Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), schließt sich dieser Sicht nicht an. »Der jüngste Phishing-Versuch aus Russland gegen deutsche Politiker und Journalisten ist ein Weckruf für uns alle«, sagte Henrichmann. »Was dieser Angriff aber schonungslos verdeutlicht, ist, dass wir alle, ob in öffentlichen Ämtern oder im privaten Umfeld, wachsam bleiben müssen.«