„Bodenständig und unverstellt“: SPD-Politiker für Aigner als Bundespräsidentin

Aus der SPD kommt Unterstützung für eine mögliche Kandidatur der CSU-Politikerin Ilse Aigner als Bundespräsidentin.

„Ich kenne und schätze Ilse Aigner seit vielen Jahren. Sie ist eine kluge und verantwortungsbewusste Demokratin und wäre mit Sicherheit eine geeignete Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil dem Tagesspiegel.

Der bayerische Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD) sagte dem Tagesspiegel: „Ilse Aigner gelingt es, Brücken zwischen politischen Lagern und gesellschaftlichen Gruppen zu bauen und so den Zusammenhalt zu stärken. Sie verfügt über Regierungserfahrung auf Landes- und Bundesebene und vereint zugleich die verbindenden Tugenden einer hochrespektierten Parlamentspräsidentin.“

Ilse Aigners bodenständige Art schafft Vertrauen und ermöglicht eine unverstellte Kommunikation.

Markus Rinderspacher, SPD, bayerischer Landtagsvizepräsident

Ilse Aigners Lebensweg sei „von praktischer Erfahrung und geerdeten Stationen geprägt, nicht von elitärer Distanz“, sagte Sozialdemokrat Rinderspacher: „Diese Vertrautheit mit der Lebenswirklichkeit vieler Menschen macht sie für breite Teile der Bevölkerung nahbar und glaubwürdig.“

Aigners bodenständige Art schaffe Vertrauen und ermögliche eine unverstellte Kommunikation. „Gerade in Zeiten wachsender Distanz zwischen Bürgern und Politik kann diese sympathische Authentizität verbindend wirken.“

Zuvor hatte der CSU-Vorsitzende Markus Söder erstmals eine Bereitschaft zu einer Kandidatur seiner Parteifreundin Aigner gezeigt. „Wenn Ilse Aigner möchte, hat sie meine volle Sympathie und Unterstützung“, sagte Söder dem „Münchner Merkur“. Die Union werde „nach dem Sommer“ einen Vorschlag machen, sagte der bayerische Ministerpräsident.

Aigner, 61, ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtages, zuvor war sie bayerische Wirtschaftsministerin und davor Bundesagrarministerin. Schon seit längerer Zeit hält sich Aigner die Option offen, für die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier zu kandidieren. Es gebe Schlimmeres, als für das höchste Staatsamt gehandelt zu werden, lautet ihre augenzwinkernde Sprachregelung. Ex-CSU-Chef Horst Seehofer plädierte schon vor geraumer Zeit für Aigner.

Bisher hatte es in Unionskreisen geheißen, Söder wolle eine Kandidatur Aigners verhindern, um sich selbst die Chance auf das Amt des Bundeskanzlers zu bewahren. Unter Proporz-Gesichtspunkten gilt es als unwahrscheinlich, dass Bundespräsidentin und Bundeskanzler aus den Reihen der CSU kommen.