Kosten von 3,8 Milliarden Euro: EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis

Deutschland darf seine Industrie mit einem vergünstigten Strompreis unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte die Maßnahme im Umfang von 3,8 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

Energieintensive Unternehmen in Deutschland sollen so bei den Stromkosten entlastet werden. Das Programm solle außerdem den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützen und die Abwanderung der Industrie verhindern, teilte die EU-Kommission mit.

Profitieren sollen Branchen, bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass sie ihre Produktion in Länder mit geringeren oder fehlenden Umweltauflagen verlagern, wie etwa die Chemie-, Metall- oder Zementindustrie.

Einsatz fossiler Brennstoffe darf nicht erhöht werden

Die deutschen Hilfen laufen vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2028. Unternehmen können die Zahlungen jeweils nach Ablauf eines Jahres beantragen, wenn der tatsächliche Stromverbrauch und die durchschnittlichen Großhandelspreise feststehen. Der reduzierte Strompreis muss dabei mindestens 50 Euro pro Megawattstunde betragen.

An die Subventionen sind zudem Bedingungen geknüpft: Die Empfänger müssen mindestens 50 Prozent der erhaltenen Hilfen in neue oder modernisierte Anlagen investieren, um die Kosten des Stromsystems zu senken. Dabei darf der Einsatz fossiler Brennstoffe nicht erhöht werden.

Die Maßnahmen sind Teil des sogenannten Clean Industrial Deal der EU. Neben Deutschland genehmigte die Kommission auch ähnliche, aber deutlich kleinere Programme für Bulgarien im Umfang von 334 Millionen Euro sowie für Slowenien über 90 Millionen Euro. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will sich am Nachmittag in Berlin zu dem Vorgang äußern. (dpa, Reuters)