Wer mehr verdient, fährt mehr – und spart mehr: Tankrabatt bringt Reichen deutlich größere Vorteile

Die geplante Senkung der Energiesteuern auf Benzin und Diesel entlastet vor allem Haushalte mit hohen Einkommen. Das geht aus einer Simulation von Forschern der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) hervor, die dem „Spiegel“ vorab vorliegt.

Demnach sparen die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte über den vorgesehenen Zeitraum von zwei Monaten hinweg im Schnitt 21,64 Euro ein. Das ist etwa dreimal so viel wie bei den einkommensschwächsten zehn Prozent, die auf 6,48 Euro kommen.

Als Grund führen die Forscher an, dass mit steigendem Einkommen in der Regel auch der Kraftstoffverbrauch zunimmt und damit die Entlastung stärker ausfällt.

Kritik aus der Wissenschaft

Zur Einordnung verweisen die Wissenschaftler darauf, dass ein Einpersonenhaushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von knapp 4500 Euro zum obersten Zehntel zählt, während weniger als rund 1200 Euro dem untersten Zehntel entsprechen.

„Es ist keine zielgerichtete Maßnahme“, sagt RWTH-Ökonom Aaron Praktiknjo. „Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig.“

Für ihre Berechnungen nutzten Praktiknjo und sein Team Daten aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistisches Bundesamt, dem sozioökonomischen Panel, dem deutschen Mobilitätspanel sowie aktuelle Spritpreise.

Der geplante Rabatt liegt bei rund 17 Cent brutto pro Liter. Das sind 14,04 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer. (KNA)