Rheinmetall-Chef berichtet von Hunderttausenden Bewerbungen im Jahr

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern kann sich nach eigenen Angaben vor Bewerbern kaum retten. Allein im vergangenen Jahr seien 350.000 Bewerbungen eingegangen, 250.000 davon in Deutschland, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger vor Journalisten. Derzeit hat der Konzern etwa 44.000 Beschäftigte.

Das Unternehmen habe in etwa 11.500 deutsche Zulieferer, rund 4.500 davon stammten aus der Automobilindustrie, sagte Papperger. Wenn Rheinmetall bis 2030 auf bis zu 70.000 Beschäftigte angewachsen sei und etwa 210.000 weitere Menschen der Lieferkette zuzurechnen seien, dann entspräche das einem Drittel der gesamten Autoindustrie, fügte er hinzu.

Papperger rechnet mit Abflauen ab 2040, sofern es keinen Krieg in Deutschland gibt

Erst zwischen 2035 und 2040 rechnet der Konzernchef mit einem Abflauen der bislang stark steigenden Umsätze und Aufträge. Sofern es keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gebe, werde dann der Zenit überschritten, sagte der Rheinmetall-Chef.

Bei Militärlastwagen habe Rheinmetall die Produktionskapazitäten inzwischen von 600 auf 4.500 im Jahr erhöht, bei der Mittelkalibermunition von etwa 800.000 auf mehr als vier Millionen Schuss und bei der Artillerie von 70.000 auf 1,1 Millionen Schuss. Bei konventioneller Munition verfüge Deutschland inzwischen über mehr Produktionskapazitäten als die USA, sagte Papperger.

Rheinmetall hatte Anfang März die Übernahme des Marineunternehmens NVL abgeschlossen, zu dem die Werft Blohm+Voss gehörte. Verkäufer war die Bremer Werftengruppe Lürssen. Papperger sagte, es werde die komplette Belegschaft übernommen und zusätzliches Personal in einer Größenordnung von etwa 500 Menschen eingestellt.