Stärkster Preisanstieg an Tankstellen seit Monatsbeginn
Nach zwei Wochen mit sinkender Tendenz sind die Spritpreise in Deutschland wieder deutlich angestiegen. Der ADAC ermittelte bei Superbenzin der Sorte E10 ein Plus von 14,1 Cent, bei Diesel von 16,3 Cent. Es handelt sich um den größten Sprung seit Einführung der 12-Uhr-Regel Anfang April. Sie besagt, dass die Preise nur noch einmal am Tag angehoben werden dürfen.
Zugleich beschlossen Bundestag und Bundesrat den Tankrabatt. Ab dem 1. Mai wird die Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel zwei Monate lang um rund 17 Cent gesenkt.
Nach Ostern waren die Spritpreise rund zwei Wochen lang tendenziell gefallen und hatten sich ein gutes Stück von ihren zwischenzeitlichen Hochs entfernt. Schon am Donnerstag waren die Preise leicht gestiegen: Super E10 hatte sich im bundesweiten Tagesdurchschnitt um 1,1 Cent auf 2,074 Euro pro Liter verteuert, Diesel um 2,3 Cent auf 2,150 Euro pro Liter. Dass es jetzt wieder nach oben geht, dürfte unter anderem mit dem Ölpreis zusammenhängen, der bei der für Europa wichtigen Sorte Brent inzwischen wieder über 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) liegt.
Klingbeil erwartet Weitergabe des Tankrabatts an Verbraucher
Die Chefin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Ramona Pop, sagte, dass der Tankrabatt nicht bei den Mineralölkonzernen »versickern« dürfe. »Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Milliardenhilfe vollständig an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wird«, sagte die ehemalige Grünenpolitikerin.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) äußerte die »klare Erwartung«, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung weitergeben. »Dafür haben wir das Kartellrecht, dafür gibt es den politischen Druck und dafür gibt es auch eine kritische Öffentlichkeit.« 2022 hatte es bereits einen vorübergehenden Tankrabatt gegeben. Damals waren die Kraftstoffpreise zwar gesunken, aber nicht im vollen Umfang der Steuersenkung.