Sonnenfinsternis am 12. August: Wo man sie am besten sieht
Totale Sonnenfinsternisse zählen zu den eindrucksvollsten astronomischen Ereignissen. In früheren Zeiten blickten die Menschen voller Furcht an den Himmel, wenn der Mond die Sonne verschlang. Später waren Sonnenfinsternisse von großem Nutzen für die Wissenschaft – und heute reisen Millionen von Touristen in die sogenannte Totalitätszone, um für wenige Minuten die Sonnenkorona um die dunkle Scheibe des Mondes aufleuchten zu sehen.
Am 12. August ist es wieder einmal so weit: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und sein Schatten wandert ein Stück weit über den Erdball. Unter anderem zieht er in einem Streifen durch Spanien, wo die Hotelpreise schon in die Höhe geschossen sind.
Von wo aus kann man die Sonnenfinsternis am besten beobachten?
Die Sonnenfinsternis ist auch von Deutschland aus zu beobachten. Allerdings bedeckt der Mond von hier aus gesehen die Sonne nicht vollständig, sondern lediglich zu 85 bis 90 Prozent. Um in den Genuss der totalen Sonnenfinsternis zu kommen, kann man etwa nach Grönland oder Island fliegen, eine Schiffsreise auf dem Atlantik oder dem Mittelmeer unternehmen oder Spanien besuchen. Am längsten dauert die Totalität mit 2 Minuten und 18 Sekunden etwa 100 Kilometer westlich der isländischen Küste vor der Inselgruppe Hvallátur.
In Spanien verläuft die Totalitätszone von A Coruña an der Atlantikküste über León, Saragossa und Valencia. Sie erreicht dann in etwa zeitgleich die Inseln Mallorca und Ibiza und klingt danach mit dem Sonnenuntergang über dem Mittelmeer aus. In den genannten Regionen Spaniens gibt es bereits seit Monaten eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Ferienwohnungen und Hotelzimmern – durch einheimische wie auch internationale Besucher, wie etwa das spanische Immobilienportal Idealista berichtete. Zwar haben viele Hotels ihre Buchungssysteme für August noch nicht geöffnet, legen aber bereits Wartelisten an oder nehmen gar keine Buchungen mehr an.
Besonders auf Mallorca und in Saragossa wird mit einem massiven Andrang gerechnet. Die Hotelpreise schießen in die Höhe. So kosten in der Zeit zum Beispiel in Saragossa schon einfache Zimmer 700 Euro pro Nacht und in Top-Hotels rund 2000 Euro, wie der Sender Cadena Ser berichtete. Das ist rund siebenmal so viel wie in einem August ohne Sonnenfinsternis.
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Die Dauer der Totalität liegt auf dem Abschnitt in Spanien ortsabhängig zwischen einer und zwei Minuten. Da die totale Sonnenfinsternis in Spanien gegen 20.30 Uhr stattfindet, steht die Sonne bereits tief in westnordwestlicher Richtung. Bei der Wahl des genauen Standorts für die Beobachtung der Finsternis ist es also wichtig, in dieser Himmelsrichtung ein möglichst freies Blickfeld zu haben.
Wie entsteht eine Sonnenfinsternis?
Zu einer Sonnenfinsternis kommt es, wenn der Schatten des Mondes auf die Erde fällt. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Halbschatten und Kernschatten. Deutschland liegt am 12. August nur im Halbschatten, der Mond bedeckt also nur einen Teil der Sonne. Astronomen bezeichnen eine solche Finsternis als partiell, also teilweise.
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Im Kernschatten dagegen ist die Sonne völlig vom Mond bedeckt, die Sonnenfinsternis ist total. Es ist ein glücklicher astronomischer Zufall, dass der Mond die Sonne nahezu exakt verdecken kann. Denn der Sonnendurchmesser ist zwar einerseits 400-mal größer als der des Mondes, aber andererseits ist sie 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Deshalb erscheinen beide Himmelskörper von der Erde aus gesehen in etwa gleich groß. Doch es gibt leichte Abweichungen.
Weil die Umlaufbahn des Mondes um die Erde nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch ist, schwankt die Entfernung Erde-Mond etwas. Deshalb ändert sich auch die scheinbare Größe des Mondes am Himmel. Steht der Erdtrabant bei einer Finsternis gerade nahe dem erdfernsten Punkt seiner Bahn, so ist er geringfügig zu klein, um die Scheibe der Sonne vollständig abzudecken. Die Folge: Statt zu einer totalen kommt es zu einer beeindruckenden ringförmigen Finsternis.
Wie häufig sind Sonnenfinsternisse?
Damit es zu einer Finsternis kommen kann, muss der Mond von der Erde aus gesehen in der gleichen Richtung stehen wie die Sonne, es muss also Neumond sein. Doch nicht bei jedem Neumond kommt es zu einer Sonnenfinsternis. Denn die Bahn des Mondes liegt ein wenig schief im All, sie ist um fünf Grad gegen die Bahn der Erde gekippt. Daher zieht der Erdtrabant sozusagen meistens oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur zwei- bis fünfmal pro Jahr kommt es zu Sonnenfinsternissen.
Dabei fällt jedoch nicht immer auch der Kernschatten auf die Erde. Eine totale Sonnenfinsternis gibt es nur etwa alle 18 Monate – irgendwo auf der Erde. An einem bestimmten Ort sind sie sehr selten, da der Kernschatten mit einem Durchmesser von maximal rund 200 Kilometern sehr klein ist. Die letzte totale Sonnenfinsternis war von Deutschland aus am 11. August 1999 zu sehen, die nächste wird erst am 3. September 2081 sein. Kuriosum am Rande: Bereits ein halbes Jahr später, am 27. Februar 2082, ist von Deutschland aus eine ringförmige Finsternis zu sehen – das ist ein extrem seltener Doppelpack für eine Region.
Was sieht man bei einer totalen Sonnenfinsternis?
Bei Eintritt der Totalität kommt es schlagartig zu einer Abnahme der Helligkeit – innerhalb von Sekunden herrscht eine Art späte Dämmerung und einige helle Sterne und Planeten erscheinen am Himmel. Besonders auffällig ist bei dieser Finsternis die Venus, die in einem Abstand von etwa 45 Grad links von der Sonne aufleuchtet.
Um die schwarze Scheibe der vom Mond verdunkelten Sonne herum erstrahlt während der Totalität die Korona. Bei diesem Strahlenkranz handelt es sich um die äußere Atmosphäre der Sonne, extrem dünn verteiltes Gas, dass aufgrund seiner hohen Temperatur von über einer Million Grad leuchtet. Diese Temperatur ist überraschend hoch, da die Oberfläche der Sonne lediglich 6000 Grad Celsius heiß ist.
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Wie gefährlich ist der Blick in die Sonne?
Extrem gefährlich. Man sollte niemals ungeschützt direkt in die Sonne blicken, schon gar nicht mit einem Fernglas oder einem Fernrohr. Schon im Bruchteil einer Sekunde kann es zu einer bleibenden Schädigung der Netzhaut kommen. Der Fachhandel bietet spezielle Finsternisbrillen an, für optische Geräte gibt es Spezialfilter. Selbst Filter herzustellen – etwa aus rußgeschwärztem Glas – ist nicht zu empfehlen. Denn diese dämpfen oft nur das sichtbare Licht, aber nicht die noch gefährlichere Wärmestrahlung.
Einzig während der Totalität – wenn wirklich kein kleiner Sonnenstrahl mehr am Mond vorbei scheint – darf die Finsternisbrille kurzzeitig abgesetzt werden. Sobald aber auch nur ein winziger Teil der Sonne wieder sichtbar ist, heißt es: Filterbrille aufsetzen! Denn sonst können die Augen durch die intensive Strahlung sofort geschädigt werden.
Wie reagieren Tiere und Pflanzen auf die Totalität?
Da während einer totalen Sonnenfinsternis Helligkeit und Temperatur wie in der Abenddämmerung abnehmen, löst diese Veränderung bei vielen Tieren und auch bei manchen Pflanzen für die Dämmerung typische Reaktionen aus.
So hören Vögel häufig auf zu singen und suchen ihre Schlafplätze auf. Und während tagaktive Tiere wie Eichhörnchen, Kaninchen und Eidechsen sich ebenfalls in ihre Verstecke zurückziehen, können nachtaktive Tiere wie Fledermäuse, Igel oder in Spanien speziell der Mauergecko kurzzeitig in Aktion treten. Auch einige Pflanzen reagieren auf die Verdunklung der Sonne. So schließen etwa Mittagsblumen ihre Blüten, während die Nachtkerze ihre Blüten öffnet. Da die Totalität nur kurz andauert, kehren aber sowohl Tiere als auch Pflanzen sofort in ihren Tageszustand zurück, wenn die Sonne wieder aufleuchtet. (dpa)