Neuer Wärmerekord in der Nordsee gemessen
In der Nordsee ist ein neuer Temperaturrekord gemessen worden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) maß im vergangenen Jahr an der Oberfläche des Wassers Temperaturen von durchschnittlich 11,6 Grad Celsius. Seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1969 gab es noch keinen höheren Wert. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 war das Wasser demnach um 0,9 Grad Celsius wärmer.
Auch in der Bodenschicht zeige sich der Erwärmungstrend, vor allem in der südlichen Nordsee und der Deutschen Bucht, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mit.
Für die Ostsee war 2025 das zweitwärmste Jahr in der seit 1990 laufenden BSH-Datenreihe. Die Oberflächentemperatur lag hier 2025 im Schnitt mit 9,7 Grad Celsius um 1,1 Grad über dem Mittel von 1997 bis 2021.
55 Tage Hitzewelle
Laut dem BSH zeigen die Daten nicht nur langfristige Trends, sondern auch Extremwetterereignisse. Im Frühjahr 2025 wurde etwa eine 55 Tage dauernde Meeres-Hitzewelle in der Ostsee gemessen – ein bisher einmaliges Ereignis. Auch der Eiswinter 2025/2026 habe deutlich gemacht, dass insbesondere in der Ostsee extreme Kälteereignisse auftreten können.
Ein kontinuierlich steigender mittlerer Meeresspiegel könnte künftige Sturmfluten wegen des höheren Ausgangsniveaus noch gefährlicher machen, warnte das BSH. So sei der Meeresspiegel in Cuxhaven seit 1900 um 25 Zentimeter gestiegen. Bis 2100 könnte er sich um mehr als einen Meter erhöhen. Die aktuelle Sturmflutsaison seit Juli 2025 sei zwar vergleichsweise ruhig. Insgesamt nähmen die Risiken für Küstenregionen aber zu.
Der steigende Meeresspiegel ist eine Folge der globalen Klimaerwärmung. Durch steigende Temperaturen schmelzen Eisschilde an den Polen sowie Gletscher. Zudem dehnt sich Wasser bei Wärme aus, das Volumen nimmt zu.