Berechnungen deuten auf starken El Niño mit Extremwetter hin

Experten sehen Anzeichen für ein baldiges starkes Wetterphänomen El Niño. Darauf deuteten die rapide steigende Temperaturen der Meeresoberfläche im äquatorialen Pazifik hin, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Die Auswirkungen könnten bereits ab Mai spürbar werden.

Das Wetterphänomen El Niño tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf. Es sorgt einerseits für schwere Regenfälle in einigen Weltregionen, etwa in Teilen Afrikas oder in Südamerika, andererseits für Dürren, etwa in Australien oder Indonesien. El-Niño-Ereignisse heizen zudem die globalen Temperaturen zusätzlich an.

Globale Wetterextreme können sich auf Lebensmittelpreise auswirken

Normalerweise wehen über dem Pazifik Passatwinde von Ost nach West. Dadurch sammelt sich im Westen, vor den Küsten Australiens und Südostasiens, warmes Wasser. Im Osten, vor der Küste Südamerikas, steigt dagegen kaltes und nährstoffreiches Wasser nach oben.

Doch alle zwei bis sieben Jahre ändern sich die Luft- und Wasserströmungen: Es kommt entweder zu El Niño oder dem entgegengesetzten Wetterphänomen, genannt La Niña. Bei El Niño schwächen sich die Winde ab, stoppen oder ändern ihre Richtung. Das angestaute Wasser breitet sich im Pazifik ostwärts aus. Es verhindert, dass nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe nachströmt. Die extremen Wetterereignisse sind die Folge davon. Auf das Wetter in Europa hat El Niño einen geringen Einfluss, durch zerstörte Ernten anderswo können aber etwa die Lebensmittelpreise steigen. Das Phänomen dauert üblicherweise neun bis zwölf Monate.

Dem bislang heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, dem Jahr 2024, ging etwa ein El Niño voraus. Damals lag die globale Durchschnittstemperatur etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Auch 2027 könne in einem Bereich über 1,5 Grad liegen, sagte der Leiter der WMO-Abteilung für Klimavorhersagen, Wilfran Moufouma- Okia, in Genf.

Die Experten sagten aber auch, dass Vorhersagen in den Frühjahrsmonaten noch kompliziert seien. Ab Mai gebe es mehr Stabilität und dann könnten bessere Vorhersagen getroffen werden.